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Platzsparende Lösungen gehen auch in der Fläche

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Unternehmer sehnen das Ende der Corona-Krise herbei. Denn trotz aller Hochrufe auf das Home Office bleibt das Büro in den meisten Firmen ein zentraler Ort. Eine Lektion lehrt die Home-Office-Epoche aber: Platzsparende Lösungen machen auch für größere Flächen Sinn.

Viele Menschen mögen die Erinnerungsfunktion bei Facebook ja nicht. Da ploppen Bilder auf und zeigen dir, was du vor einem Jahr, oder auch vor fünf oder zehn Jahren gemacht hast. Das kann erschrecken, nach dem Motto, so hab ich mal ausgesehen? Es gibt aber auch einen wichtigen Vorteil. Die Funktion hilft dem Gedächnis auf die Sprünge. Bei mir war es letztens eine Begegnung mit einer alten Bekannten, die Chefin einer Werbeagentur in Hamburg ist. Das Treffen fand im Dezember 2019, also wenige Monate vor dem Beginn der Corona-Pandemie statt.

Viel zu viele Menschen auf zu engem Raum

Nachdem wir mit den privaten Themen durch waren, kam die Rede auf ihr Business. Ihre Agentur hatte sich kürzlich bei einem Pitch durchgesetzt und einen richtig dicken Etat gesichert. Das Neugeschäft sorgte für einen regelrechten Einstellungsboom bei der Agentur. Das hatte Folgen. „Wir sind viel zu viele Menschen auf zu engem Raum“ klagte meine Bekannte. Als ich ihr riet, in eine Lage im Umland von Hamburg, dem sogenannten Speckgürtel auszuweichen, hat sie nur müde gelächelt. „Dann bringen mich meine Leute um. Citylage ist heutzutage das A und O. Wenn ich die jungen Talente haben will, muss ich denen was bieten.“

Ein bekanntes Problem kehrt zurück

Womit sie im Prinzip Recht hat. Lange Wege zur Arbeit und eine Vorstadtlage, wo es Mittags nur wenig oder überhaupt keine Alternativen beim Lunch gibt, sind für Menschen, die zwischen Arbeitgebern die Auswahl haben, ein Malus. Seit dem Beginn der Corona-Pandemie hat sich für meine Bekannte zumindest das Problem mit den vielen Leuten auf zu geringen Raum deutlich entschärft. Viele Mitarbeiter sind im Home-Office, und die, die blieben, sitzen mehrere Meter auseinander. Ein Zustand, der vorher undenkbar war. Langfristig wird sich das aber wieder ändern. Und dann hat meine Bekannte ein altbekanntes Problem.

Wer wenig Raum hat, muss erfinderisch sein

Oder auch nicht. Denn in der Zeit des Home Office haben viele Mitarbeiter erfahren, dass platzsparende Lösungen Sinn machen. Übrigens auch für größere Flächen. Wer wenig Raum zur Verfügung hat, muss erfinderisch sein. Viele Menschen, die im Homeoffice arbeiten mussten, haben zum ersten Mal gelernt, dass es auch ohne eigenen Schreibtisch geht. Manchmal sogar erstaunlich gut. Der Laptop lässt sich auch auf dem Sofa aufklappen.

Reif für die Rückzugs-Insel

Mich hat das an den Newsroom eines großen deutschen Mediums erinnert, in dem ich drei Jahre lang gearbeitet habe. Es gab dort sogenannte Rückzugs-Inseln, die bequem aussahen. Dafür wurden sie ziemlich selten genutzt. Die Leute blieben stur an ihren Schreibtischen sitzen. Einfach, weil es mehr nach Arbeit aussieht, wie ein Kollege sagte. Ich bilde mir ein, dass sich das nach der Home Office-Erfahrung ein Stück weit geändert hat.

Wohltat für den Rücken

Arbeiten geht auch ziemlich gut im Stehen. Ich hatte es mir im Newsroom zur Angewohnheit gemacht, eine Stunde am Tag im Stehen zu arbeiten. Das war möglich, weil sich das Schreibpult nach oben fahren ließ. Solche Systeme finden sich in immer mehr Büros, was aus ergonomischer Sicht zu begrüßen ist. Eine echte Wohltat für den Rücken. Und es hilft auch gegen das schlechte Gewissen eines Vielsitzers.

Ein dynamisches Arbeitsumfeld

Wer Familie hat und sich plötzlich in einer Home-Office-Situation wiederfand, hatte in den letzten Monaten alle Gelegenheit, die Vor- und Nachteile eines solch „dynamischen“ Arbeitsumfelds zu erkunden. Die wichtigsten Unterlagen sind nicht griffbereit, sondern müssen erst gesucht werden. Ich kenne jemanden, der durch Home Office zu einem regelrechten Pedanten geworden ist.

Er ist nach zwei Monaten Home Office kürzlich wieder in sein Unternehmen zurückgekehrt. „Das erste, was ich gemacht habe, war ausmisten, entrümpeln, Ordnung schaffen“, erzählt er.

Jede Schräge ausgenutzt

Auch in größeren Büros ist die Lagerung von Arbeitsmaterialen eine Herausforderung. Intelligente Einbaulösungen sind platzsparende Lösungen. Ich habe so etwas im Büro einer Beratungsagentur im Herzen Berlins gesehen. Das Büro lag im Dachgeschoss, und in quasi jeder Schräge war ein Einbauschrank verbaut. Übrigens in bunten Farben, was einen schönen Kontrast zu den kühlen Grautönen des übrigen Interieurs bildete.

Die schlaue Nische

In einer Raumnische entdeckte ich sogar eine Einbauschrank-Schreibtisch-Kombination mit erhöht stehendem Monitor, integrierten Steckdosen, Beleuchtung und praktischen Ablagen. Davor stand ein ergonomischer Bürosessel, der nicht den gesamten Raum ausfüllte und auch an anderen Plätzen nutzbar war.

Multifunktionsgeräte machen Sinn

Wer mit wenig Fläche auskommen muss, sollte unbedingt einen Blick auf die Arbeitsgeräte werfen. Kompakte Multifunktionsgeräte helfen hier beim Platzsparen. Kopierer, Scanner und Drucker in einem Gerät ist heutzutage fast schon Standard. Gerade in Großraumbüros leisten sich Unternehmen aber oft noch den Luxus von Einzelgeräten  – eine Sünde, denn hier geht viel Platz verloren, der anderweitig sinnvoll genutzt werden könnte.

So klappt es mit der City-Lage

Das funktionelle Mini-Büro ist ein wichtiges Learning aus der Home-Office-Situation. Wer das Prinzip  ‚platzsparende Lösungen‘ auch in die größere Fläche adaptiert, schafft mehr Platz auf kleinerer Fläche. Minimalistisch geht auch in der größeren Fläche. Dann klappt es auch mit der City-Lage.

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