Arbeit im Wandel: Organisationen mit Zukunftschancen

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Die Digitalisierung verändert alle Bereiche von Organisationen. Gründe dafür gibt es viele: ein anderes Konsumverhalten, neue Geschäftsmodelle oder solche, die nicht mehr funktionieren, eine unerwartete Rezession und die Führung von Unternehmen auf struktureller und personeller Ebene.

Was künftige Organisationen ausmacht

Da wäre zunächst einmal die Maschinenlogik versus der Organismuslogik. Künftige Organisationen werden pulsieren wie ein Organismus und damit resilient mit ihrer Umgebung umgehen. Die Maschinenmetapher hat ausgedient. Man wird nicht müde, es immer wieder auszusprechen: Der Mensch steht im Mittelpunkt.

Während der Corona-Zeit haben sich 50% der Organisationsmitarbeiter für einen Wechsel ihres Arbeitsmodus entschieden, sagt eine XING-Befragung. Vollzogen wird diese Veränderung allerdings erst, wenn die Krise vorbei ist. Es ist ein Stimmungsbild der Krise und der Kultur.

Digital braucht sozial

Der Mitarbeiter befindet sich im selbstbestimmten und fließenden Wechsel in der Kommunikation zwischen E-Mail, Chat, Sprachnachricht, Telefon und Face-to-Face Kommunikation. Der Mensch wirkt dabei wie ein Wesen, dass sich im spielerischen Wettkampf ständig verbessert und neu erfindet. Die Digitalisierung bietet dafür genügend Experimentierfläche.

Organisationen der Zukunft erkennen: Digital braucht sozial – Foto Ursula della Schiava-Winkler

Netzwerk-Labore zur Neugestaltung der Kommunikation

An der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften arbeitet man im Labor an der Kommunikation der Zukunft. „Immersive virtuelle Meetings brauchen künftig einen digitalen Raum, in dem die Teilnehmenden mehr tun können, als nur miteinander zu kommunizieren. Zusätzlich können sie sich bewegen und komplexere Formen der Zusammenarbeit durchführen“, so die Forschung. Damit wird effiziente Kommunikation trotz fehlender sozialer Präsenz erleichtert. Die Effektivität wird getragen durch viele non-verbale Signale wie Gestik, Mimik und Tonfall. Affekte werden sichtbar gemacht. Vertreten werden wir durch Avatare, die uns als physische Zwillinge als Ganzes repräsentieren. Zusammenarbeiten mittels VR-Technologie bestimmt unsere berufliche Zukunft.

Virtual Reality Anwendungen in Organisationen der (nahen) Zukunft – Foto von fauxels auf Pexels.com

Wie gelingt die Innovation der Organisationstradition?

Was bietet Menschen Stabilität? Der Zukunftsforscher Reinhold Popp drückt es so aus: „Für die Stabilisierung von Individuen sorgen die vielseitigen wechselseitigen Abhängigkeiten, die eingeübten Gewohnheiten, die Kraft der Vorurteile, die lebensstiltypischen Wahrnehmungs- und Verhaltensmuster und Alltagsroutinen“, so Zukunftsforscher Reinhold Popp. Überwindet das Individuum diese Scheinsicherheit selbständig (motiviert durch sich selbst) oder krisenbedingt, wird er/sie zukunftsfit.

Der Arbeitskraftunternehmer als neuer Erwerbstätiger

Es entsteht gerade ein neuer Typus: Der Arbeitskraftunternehmer. Er ist hochgebildet, extrem gut vernetzt, flexibel und von traditionellen Bindungen an den Arbeitsmarkt befreit. Diese neue Arbeitskraft wird die Dynamik in den Organisationen wesentlich befeuern und die Regeln von Arbeitsort, Arbeitszeit, Arbeitsorganisation und Arbeitsinhalt neu definieren.

Die digitale Evolution wird damit künftig für gute Rahmenbedingungen sorgen. Dabei wird Abwechslung und eine selbständige Arbeitsorganisation für ein zufriedenes Stimmungsbild im Unternehmen sorgen. Qualitätsvoll entworfene und eingerichtete Arbeitsräume schaffen Wohlbefinden und unterstützen den Teamgeist.

Speed kills – ein Aberglaube

Speed bedeutet nicht immer Vollgas. Auffällig sind hier die Taktung und der Gleichklang als Voraussetzung für Geschwindigkeit. Und der Fokus auf die Teamaufgabe; sowie das gleiche Verständnis von der Teamaufgabe. Ein Zurücknehmen von individuellen Zielen erhöht die Geschwindigkeit und die Performance. Die Belohnungskultur einschließlich der Bezahlungssysteme muss dabei auf das Team gerichtet sein und nicht auf die Einzelleistung.

Die Speed-Dimensionen

Umsetzungsspeed beschreibt die Geschwindigkeit, mit der Unternehmen oder Teams Resultate erarbeiten. Wie rasch im Unternehmen innovative Ideen umgesetzt werden, zeigt die Innovationsgeschwindigkeit. Changespeed beschreibt, wie schnell Unternehmen und Teams auf Markttrends reagieren. Wie rasch sie Veränderungsprozesse umsetzen, wie rasch neues Wissen und neue Technologien in die Organisation integriert werden können. Speed Mindset beschreibt eine positive Mitarbeiter-Grundhaltung und die Präferenz für das Thema Geschwindigkeit im Unternehmen.

Wandel und Verwandlung möglich machen

Die Bertelsmann-Stiftung ‚Die Zukunft der Organisation 2050‘ hat in einer Delphiestudie – gemeinsam mit dem internationalen Think Tank Millennium Project – die Debatte um die Zukunft der Arbeit bereichert.

Die Studie zeigte 5 wesentliche Ergebnisse:

  1. Alles, was in der Organisation automatisierbar ist, wird auch automatisiert.
  2. Arbeit ist heute schon ortsunabhängig, wird aber noch viel weiter in den virtuellen Organisationskosmos verlagert.
  3. Das Tempo wird weiter beschleunigt.
  4. Es wird neue technologienahe Berufsfelder wie Empathie-Interventionisten brauchen. Sie sind geprägt von den „ureigenen“ menschlichen Fähigkeit, wie Empathie oder Kreativität.
  5. Es wird immer mehr selbstgesteuertes Lernen und natürlich auch arbeiten geben. Digitalskills, reskilling, humanskilling und metaskilling stehen an der Tagesordnung.

Gefragte Skills in Organisationen: Copyright Klaus Pollhammer, Ursula della Schiava-Winkler

Aus zwei möglichen Zukunftsstrategien auswählen

Unternehmen sollten sich auf ihre Wandlungsfähigkeit fokussieren. Dazu müssen sie den Markt beobachten und dann schnell mit Innovationen auf verändernde Nachfrage reagieren.

Oder Organisationen gestalten die Zukunft durch eigene Innovationen mit, um in ihrer Nische oder ihrem Markt Zukunftstreiber zu sein. „Wenn ich ausreichend Gewissheit über meine Kunden/Nutzer, über deren Probleme und das Marktpotenzial meiner angestrebten Lösung habe, verschiebt sich der Fokus immer mehr von der Generierung von Kundeneinsichten auf die eigentliche Produktentwicklung“, so Heiko Bartlog in seinem Buch#PM2025 – Projekte. Gut. Machen.

Diesem Motto schließen wir uns gerne an und wandeln es passend ab. Arbeit.Gut.Machen ist unsere Devise.

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