Lichtinnovationen im Büro

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Die Lichtinnovationen von heute sind Open Source und basieren auf künstlicher Intelligenz, nachhaltigen Materialien und reagieren auf Bluetooth und Sensoren. Vor allem eignen sie sich hervorragend fürs Büro.

Innovation trifft Licht – Licht trifft Innovation

Stromsparzeiten gibt es nicht mehr. Stromverschwendung ist ein Relikt des 20. Jahrhunderts. Datenbasierte Erkenntnisse treffen zunehmend die Entscheidung, wann das Licht an- und wieder ausgeht. Der Lichtinnovation gehört die Zukunft. Das heißt: Lichteffizienz und Human Centric Lightning vernetzt Beleuchtungssysteme. Der Grundgedanke hinter diesem Ansatz: Die natürliche Lichtwirkung im zirkadianen Rhythmus am Arbeitsplatz anzubieten.

Das Licht macht den Takt

Licht schlägt den biologischen Rhythmus von uns im Takt 90/20 und unterstützt damit unsere Leistungskurve. Nach 90 Minuten Aktivität erfolgt 20 Minuten Ruhe. Der Wach-Schlaf-Rhythmus-, mit Rem und Non-Remphasen, die Verdauung – das sind leicht erkennbare zirkadiane Rhythmen. Funktioniert der Takt, bedeutet das Wohlbefinden. Lichtbänder von Siteco bieten zum Beispiel interessante Human Centric Lighting-Anwendungen.

Lichtinnovationen und ihr Impact

Im Zentrum stehen psychologische Parameter wie Leuchtdichten, Lichtfarben, Lichtstimmungen, emotionale Atmosphäre und Ästhetik. Unsere innere Uhr wird durch das Licht unterstützt. Deshalb sind Tageslichteffekte bei der Beleuchtung das wichtigste Element. Kommt die innere Uhr aus dem Takt, fühlen wir uns antriebslos, müde und unser Immunsystem wird angegriffen. Positiv betrachtet führt der Einsatz von Licht im zirkadianen Rhythmus zu mehr Energie am Tag. Dazu benötigt es viel Forschung im Bereich bioadaptive Beleuchtung, um unsere Gesundheit zu unterstützen.

Smart Lighting bietet viele Möglichkeiten, Unternehmen und Menschen zu unterstützen. Anwesenheit wird etwa durch Lichtsteuerung mittels Bewegungsmelder und anderer Sensortechnologie simuliert, um unerwünschte Gäste, wie Einbrecher, abzuschrecken.  Benutzerfreundliche Applikationen am Smartphone oder Tablet steuern, wann die Beleuchtung im Büro wie (intensiv fürs konzentrierte Arbeiten, gedimmt für Brainstorming-Sessions) leuchten soll.

Gedruckte Lichtinnovationen 

Lichtinnovationen stellen neuerdings gedruckte Leuchtflächen dar. Das sind gedruckte OLEDs inklusive Energieversorgung und Sensor. Wozu braucht man so etwas? Primär zur Markeninszenierung. Das Startup Inuru aus Berlin stellte Leuchtlabel für eine Coca Cola – Flasche her. Wer eines der 8.000 limitierten Flaschen mit Leuchtlabel haben wollte, musste zuerst ein Rätsel lösen. Kriegte man die Flasche in die Hand und berührte dann das Etikett, sah Lichtschwerter von Rey und Kylo Ren aufleuchten.

Licht in Bewegung

Licht wird immer öfter tragbar, entweder akku- oder solarbetrieben.  Tobias Grau entwirft mit seiner Lichtinnovation Salt and Pepper die Kerze des 21. Jahrhunderts. Artemides Curiosity sieht wie die futuristische Version einer Petroleumlampe aus dem 19. Jahrhundert aus. Bei Lichtsystemen wird auch die Beweglichkeit mitgedacht. Artemide zeigt das mit dem Schienensystem ‚Turn Around‘ von der Designerin Carlotta de Bevilacqua.

In eine neue Richtung geht die Entwicklung ‚PlusMinus‘, die Stefan Diez mit dem spanischen Label Vibia entwickelt hat. Die Leuchtkörper sind flexibel verschiebbar an einem Leitungssystem befestigt, das einem simplen Gurt ähnelt. Das Design wirkt frisch und macht Funktion und Gebrauch direkt erkennbar.

Aufwertung von Räumen durch Lichtinnovationen

STICKS von Designer Arik Levy zeichnet sich durch schlichtes Design und hohe Lichtdynamik aus. „Der Lichtstrahl stützt sich auf den Umkreis des Raums, läuft ihn entlang, überfliegt ihn sogar und wird in beliebige Richtungen projiziert. Unsere Lichtstäbe zeichnen prägnante Lichtwege durch den Raum. Sie unterstreichen den dreidimensionalen Charakter von Räumen“, sagt Arik Levy.

Mit überlappenden Metallgitterstäben ahmt Christian Lava mit der Lichtskulptur „Moire“ die Illusion von Wasserwellen nach. Je nach Betrachtungswinkel ändert sich die Form und die Bewegung der Gitterstäbe. Als Blickfang bietet sich die Leuchte auch für Büroräumlichkeiten an, denen sie einen besonderen Wert verleiht.

Unkonventionelle Materialien begeistern

Bei ‚Belt‘ der Firma Flos geht es mehr um die Schaffung von Atmosphäre durch den Einsatz von Beleuchtung, die aus eher unkonventionellen Materialien hergestellt wird. Bei ‚Belt‘ kommt Leder zum Einsatz. Es geht um die Suche nach einer neuen Formensprache.

Jean Francois Crochet, Designer für Terzani, verwendet Messingriemen und opal-färbige Glaskugeln bei der Lampe „Pug“ und gibt damit Besprechungszimmern oder Bürogängen einen gewissen Flair. Lorenza Bozolli, die ursprünglich aus der Modebranche kommt, zeigt ein puristisches und modernes Lampendesign mit Atmosfera Fringe. Licht trifft hier auf Gewebe und Metall. Marco Sadler entwarf die Pendelleuchte „Accordeon“ aus transparentem Technopolymere, die einem Akkordeon ähnelt. Goldfarben sind wie in der Mode auch im Interiour Design im Trend.

Foto: Belt Flos

Lichtinnovationen sind nachhaltig

Das Projekt OpenLicht verbindet intelligentes Lichtdesign auf Open Source – Basis mit intelligenten Materialien und künstlicher Intelligenz. In diesem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt haben sich KMUs, Großunternehmen und Universitäten zusammengeschlossen, um den Umgang mit Licht und das Erleben von Licht neu zu definieren. So werden frei verfügbare Entwicklungsumgebungen der Community an Lichtdesignern zur Verfügung gestellt. Künstliche Intelligenz hilft dem Nutzer, dass sich das Licht automatisch an seine jeweilige Raumposition und Aktivität anpasst.

Lichtinnovationen als Plattformkonzept 

Geforscht und entwickelt wird an den Themen Stimmungslicht, Licht für Shopumgebungen und Lichtmodelling. Thingiverse schafft zum Beispiel Lampendesign für den 3D Druck zum Nachbauen. Openhab schafft eine Anbindung von Machine Learning und Smart Home Steuerung für Smartphones. Artemide punktet mit einer Hängeleuchte, die eine Synergie aus Licht und Akustik zeigt. Die Designer Giovanni Giacobone und Massimo Roj kombinieren Schallschutz und Lichtumgebung mit dem Eggboard.

Innovatives Lichtdesign – Eggboard von Artemide. Foto: Artemide / Design: Giovanni Giacobone/Massimo Roj

Aus einem Kickstarter – Projekt entsteht die Leuchte Guilin von Kevin Chu. „Die Leuchte erinnert an eine Leuchtenlandschaft“, so der Designer. Sie ist die erste Leuchte, die das photokatalytische Umfeld reinigen kann. 99,9% aller bekannten Bakterien,  darunter E-Coli, Kohlendioxid, Schimmelpilze, aber auch Gerüche werden neutralisiert. Das Licht für den Effekt kommt vom Sonnenlicht oder einer elektrischen Lichtquelle. Als Material wählt Kevin Chu Nano-Tech Acryl und gebürstetes Messing. Abgesehen vom Luftreinigungseffekt erzeugt die Leuchte eine sanfte Lichtstimmung.

Wir sind gespannt, was als nächstes kommt. Damit sich unsere Stimmung 2020 aufhellt, braucht es dringend weitere Lichtinnovationen. Am besten gegen düstere Gedanken.

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