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Wenn aus der Ausnahme die Regel wird

Der oder die arbeitet im Home Office. Ein Satz, der noch vor wenigen Wochen trotz aller Beteuerungen, wie toll diese Arbeitsform im digitalen Zeitalter sei, mit einem gewissen Makel behaftet war. Da ist jemand, der sich aus der Bürogemeinschaft ausgeklinkt hat, eine, die nebenbei fernsieht oder strickt, und noch einer, bei dem sich privates und berufliches vermischen, hörte man auf den Korridoren oder der Kantine. Hörte. Denn ein paar Wochen und ein schlimmer Virus später redet niemand mehr davon.

Denn Home Office ist nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel. Kann es ein deutliches Indiz dafür geben, dass sich auf sozialen Plattformen wie Facebook oder Ebay plötzlich die Angebote für Arbeiten häufen, die jeder „ganz bequem von zu Hause aus“ machen kann? Jeder sollte hier genau prüfen, ob sich wirklich ein seriöses Angebot dahinter verbirgt.

Wunsch und Wirklichkeit

Home Office heißt übersetzt soviel wie „Büro im eigenen Zuhause“, gelegentlich wird auch von Heimarbeit oder Telearbeit gesprochen. 70 Prozent der Beschäftigten wünschten sich einer Umfrage zufolge Möglichkeiten, auch zu Hause arbeiten zu können, um Wegzeiten zu sparen, konzentrierter zu arbeiten oder Beruf und private Aufgaben besser vereinbaren zu können.

Nur vier von zehn Unternehmen (39 Prozent) erlauben laut Bitkom Arbeit im Home Office, jeder zweite Berufstätige (45 Prozent) wünscht sich einen gesetzlichen Anspruch auf Home Office. Das sind Zahlen, die aus der Vor-Corona-Zeit stammen. Heute sieht das Verhältnis womöglich schon anders aus.

Unternehmen sind verpflichtet, für die Gesundheit von Mitarbeitern zu sorgen

Home Office mit einem Angestelltenverhältnis gleichzusetzen, funktioniert seit der Krise nicht mehr so gut, denn im Home Office sind mittlerweile viele. Was sich Angestellte früher von ihrem Arbeitgeber abtrotzen mussten, bietet das Unternehmen heute aus Fürsorgepflicht an. Denn Unternehmen sind verpflichtet, für die Gesundheit und Sicherheit von Mitarbeitern zu sorgen. Das Ganze ist so einfach wie logisch. Wer als Unternehmen Arbeit im Home Office ermöglicht, reduziert die sozialen Kontakte am Arbeitsplatz und hilft mit, die Infektion einzudämmen.

Wenn Home Office an technischen Voraussetzungen scheitert

Infolge der Corona-Pandemie sind Kitas und Schulen in ganz Deutschland und vielen anderen Ländern Europas geschlossen worden. Berufstätige bleiben zuhause, um die Betreuung der Kinder sicherzustellen. Und gearbeitet werden muss nebenbei auch noch, sofern das nicht an technischen Voraussetzungen scheitert. Manchmal hat ein Unternehmen einfach nicht genügend Notebooks für die Mitarbeiter oder Lizenzen für VPN-Zugänge.

Bademantel-Unternehmer

Die Notwendigkeit einer grundlegenden Verhaltensänderung, die uns das Corona-Virus aufzwingt, hilft uns bis zu einem bestimmten Teil dabei, die Nachteile des Home Office leichter hinzunehmen. Denn wer jahrelang im Büro gearbeitet hat, ist an die bestimmten Abläufe und eine Tagesstruktur gewöhnt, der tägliche Plausch mit den Kollegen ist fester Teil des sozialen Lebens.

Viele scheitern zuhause daran, nach einem vorbestimmten Rhythmus zu arbeiten und werden sukzessive zum Bademantel-Unternehmer. Sie kommen mit der neuen Freiheit einfach nicht klar und vermischen Berufs- und Privatleben. Zwei Stunden am Bildschirm arbeiten, aber dann drei Stunden „Goodbye Germany“, „Frauentausch“ oder die x. Wiederholung von „Deutschland sucht den Superstar“ im Fernsehen. Dennoch: durchschuften muss niemand im Home Office, es gelten die üblichen Pausenzeiten.

Glotze aus, andere Ablenkungen sind Tabu

Ohne Disziplin und Selbstbeherrschung geht Arbeitsroutine zuhause nicht. Mit der Gestaltung des Home Office kann hier jeder gegensteuern, etwa durch klar abgetrennte Bereiche. Oder schalldämmenden Wandsysteme.

Schalldämmende Wandsysteme von Vario. Foto: Vario.com

Wer in seiner Wohnung über ein Arbeitszimmer verfügt, ist klar im Vorteil. Angehörigen muss klar gemacht werden, dass Papa oder Mama zwar da sind, aber nicht gestört werden dürfen. Fest vereinbarte Arbeitszeiten heißt: Glotze aus, Hausarbeit und andere Ablenkungen sind Tabu. Vor allem Kinder verstehen das nicht gleich, denn Mama und Papa sind ja zuhause und greifbar. Mit der Zeit lernen sie es aber bestimmt.

Zoomen und skypen

Wenn es vor Corona hieß, Telefonkonferenzen sollten im Home Office möglichst nicht am Nachmittag stattfinden, weil Kinder zuhause sind, ist das heute hinfällig. Die Kinder sind halt da, fast immer. Gut, dass sich das Bewusstsein für Home Office mit jedem Tag, in dem sich diese Arbeitsform exponentiell verbreitet, wandelt. Wer jetzt mit seinem Arbeit- oder Auftraggeber zoomt oder skypt, und im Hintergrund laufen die Kinder durchs Bild, wird viel weniger Nase-rümpfen ernten als noch vor Wochen.

Einsame Tage

Die Einsamkeit bleibt ein Problem, gerade in Zeiten der Corona-Krise. Die Möglichkeit, am Tag verpasste soziale Kontakte Abends nachzuholen, wie das viele Heimarbeiter machen, ist durch Kontaktsperren und geschlossene Restaurants und Kultureinrichtungen verwehrt. Der in sozialer Isolation im Homeoffice absolvierte Arbeitstag mündet dann in einen traurigen Abend, und man hat wieder niemanden getroffen. Also besser mit jemanden spazieren gehen. Solange es noch geht.

Sofa oder Schreibtisch

Festangestellte haben es oft leichter, im Home Office erfolgreich zu arbeiten. Denn für sie ändert sich zunächst mal nur der Arbeitsort, der Arbeitgeber gibt nach wie vor die Zeiten vor, man muss erreichbar sein und für Aufgaben Parat stehen. Selbständige im Home Office können sich dagegen die Zeit frei einteilen, von Abgabefristen mal abgesehen. Eine Kontrolle durch den Arbeit- oder Auftraggeber finden in beiden Fällen nicht statt. Keine Kamera hält fest, ob jemand auf dem Sofa oder am Schreibtisch sitzt.

Der Chef zahlt das Arbeitszimmer

Zu einer Überwachung, von der gewiss der eine oder andere Unternehmer alten Schlags träumt, gäbe es auch keine rechtliche Grundlage. Überhaupt für Home Office nicht. Denn derzeit gibt es im Bundesarbeitsministerium noch keine Pläne für das Recht auf Home Office. Selbst in Corona-Zeiten bleibt dies dem Unternehmen überlassen. Aber die meisten ziehen mit, denn die Vernunft gebietet es.

Mein Tipp: beim Arbeitgeber fragen, ob er für die Ausstattung oder einen Teil der Miete, etwa für das Arbeitszimmer aufkommt. Versuchen kann man es ja mal. In so einem Fall fällt es dann auch leichter, die Chefin oder den Chef mal ins Home Office einzuladen. Das sollte er oder sie sogar tun, denn nur so sind Bedingungen des Arbeitsschutzes überprüfbar – diese gelten auch fürs Home Office.

Home Office im Wohnzimmerdesign

Unsere bisherige Arbeitsweise hat sich verändert. Krisenbedingt werden ‚Speed to Market‘- und andere Businessmodelle benötigt. Auch der Arbeitsort musste sich den Vorgaben der sozialen Distanz anpassen. Seit fast 4 Wochen arbeiten viele von uns zu Hause. Haben Sie sich auch die Frage gestellt: Wo mache ich meine Zoom Calls, wo schreibe ich mein Konzept und wo habe ich Ruhe vorm Rest der Familien-Crew? Gibt es ein Arbeitszimmer, sitze ich auf der Wohnzimmercouch oder doch in einem Winkel im Schlafzimmer? Ist meine Ruheinsel beim Videocall gar das Badezimmer? Die Krise hat sicher eines geschafft: Die Frage losgetreten, wie Home-Office mit dem ‚Look & Feel‘ der Wohnung eine gewisse Harmonie schafft.

Foto von Anna Shvets von Pexels.com

Richten Sie sich im Home Office gut ein

Wie man es dreht und wendet, mein Wohnungsgrundriss und meine Familie zeigen mir die Geräuschkulisse und alle möglichen Grenzen der Kommunikation korreliert mit meinem Anspruch an Home Design auf. Letzte Woche habe ich noch über die zukunftsfähigen Werte im Home-Office-Cockpit geschrieben, die im Wandel sind. Dazu gehören die Regeneration, Abgrenzung und Qualität im eigenen Heim, verbesserte Kommunikation und achtsamer Umgang mit vorhandenen Ressourcen. Jetzt zeigt mir der Status Quo meiner eigenen vier Wände, dass auch ich nachjustieren muss.

Der eigene Home Workspace, der sich durch die vielfältigen Ansprüche an Design, High Tech und Lebendigkeit manifestiert, wird nun in den Fokus gerückt. Unternehmen, Führungskräfte und Mitarbeiter standen mangels Vorlaufzeit also vor ganz besonderen Herausforderungen.

Im Büro setzt man normalerweise auf zurückhaltendes Möbeldesign, weil eine Umgebung von bequemen und stilvollen Möbeln uns in einen eher passiven Zustand versetzt. Ich glaube, dass man auch mit stilvollen (und bequemen) Möbeln im Home-Office effektiv arbeiten kann.

Was brauchen Sie fürs stilvolle Home-Office?

  • Den richtigen Schreibtisch
  • Den passenden Stuhl
  • Beleuchtung, die wach hält
  • Ordnung & Ablage

Ein stilsicheres Umfeld kann beim Arbeiten mehr Freude bereiten als eine kühle Büroumgebung. Deshalb lassen immer mehr Unternehmen ein Stück Zuhause ins Büro. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wichtig ist auf alle Fälle, dass im Raum, in dem Sie arbeiten, kein Bett steht.

Der richtige Schreibtisch

Der Schreibtisch ist das vielleicht wichtigste Stück im Home-Office. Die Tischhöhe ist dann optimal, wenn Ober- und Unterarme einen rechten Winkel bilden und die Beinfreiheit in allen Richtungen gegeben ist. Sie merken vielleicht, wenn Sie das lesen, dass das Bügelbrett als Tischersatz nicht optimal ist.

Home Office Schreibtisch „Cupertino“ von BoConcept

Gerade die Gesundheit sollte bei der Arbeitsplatzgestaltung nicht vergessen werden. Wer mehrere Stunden pro Tag am Schreibtisch sitzt, kann bei ungesunder Sitzweise schnell körperliche Probleme davontragen. Eine natürliche Körperhaltung sorgt für gute Atmung und die Entspannung innerer Organe. Das bietet  z.B. die Locus Workstation, die auch zu Hause nicht viel Platz einnimmt.

© 2020 The Inside Trainer Inc.

Wer keinen Platz für einen separaten Schreibtisch hat, kann seine Arbeitsutensilien auch auf dem Esstisch ausbreiten. Der sollte aber aufgeräumt sein und nicht die Spaghettisauce des Vorabends am Laptop hinterlassen.  Am Esstisch lässt sich Unordnung vermeiden, indem man Schreibutensilien in einem Rollwagen neben den Esstisch stellt. Dokumente kann man in einem Tisch-Unterschrank auf Rollen ‚verstecken‘. Dieser lässt sich auch von Zimmer zu Zimmer ziehen.

Ein Stuhl, der vieles kann

Ein guter Schreibtischstuhl kommt auf Rollen, ist drehbar, sieht gut aus und ist im besten Fall ergonomisch. Wer im Home-Office lieber auf Rollen verzichten möchte – oft mag der Parkettboden im Wohnzimmer keine Rollen – ist möglicherweise mit einem bequemen Esszimmerstuhl besser bedient.

Ich habe bei der Recherche nach formschönen Stühlen dieses Designelement gefunden: Das OpenBook von Tilt. Ein richtig gemütlich aussehender Lesebereich für jene, die alles bei der Hand haben wollen – Bücher und Magazine, eine Stellfläche für den Laptop und die Teetasse. Das Design ist eine Weiterentwicklung des ursprünglichen Library Chair von Studio TILT. Dieser wurde im Rahmen einer Zusammenarbeit mit Oxford Hub entworfen, einem denkmalgeschützten Gebäude, in dem keine Bücherregale installiert werden konnten. Stattdessen wurden die Bücher in das Stuhldesign integriert. Smart.

Dieser OpenBook Lesestuhl ist bequem zum Lesen und Arbeiten. Copyright: Jill Tate © Studio TILT

Verwenden Sie gute Beleuchtung

Im Home-Office ist gutes Licht sehr wichtig. Schlechtes Licht kann die Konzentration maßgeblich beeinträchtigen und schädigt im schlimmsten Falle die Augen. Damit Sie mit ausreichend Tageslicht versorgt werden, steht der Schreibtisch idealerweise vor einem Fenster. Abends sorgt eine Schreibtischleuchte für produktive Atmosphäre. Warmes Licht ist im Essbereich ideal, nicht aber im Home-Office.

Es gilt bei der Videokonferenz den Hintergrund weich zu zeichnen, wenn Sie Ihr Gegenüber nicht daran teilhaben lassen wollen, wie es in Ihrer Wohnung aussieht. Das richtige Licht reguliert das. Ein kühles, neutrales Licht schützt vor Müdigkeit. Wenn Sie künstliches Licht brauchen, dann sollte es eine Lichtfarbe von 3000 Kelvin haben; für kreative Tätigkeiten sogar 4000 Kelvin.

Platzieren Sie bei Videokonferenzen den Laptop so, dass sich die Lichtquelle im Raum hinter der Kamera befindet und kein Gegenlicht entsteht (mit dem Rücken zu einem Fenster zu sitzen ist dementsprechend keine gute Idee). Für eine optimale Perspektive die Laptop-Kamera auf Augenhöhe platzieren, gegebenenfalls durch untergelegte Bücher.

Ordnung, Ordnung, Ordnung

Zu Hause gilt: Unordnung lenkt ab. Ein vollgestopfter Raum schafft Chaos im Kopf. Post oder Rechnungen sollten sorgsam verwahrt werden, Zeitschriften und Magazine verschwinden in Zeitschriftensammlern, oder werden alphabetisch oder nach Farben sortiert.

Geschlossene Schränke fügen sich optimal in den Raum ein, wenn sie die Farbe der Wand aufgreifen. In kleinen Räumen gilt es auf niedrige Möbel zu setzen. Auch eine Bücherwand ist toll.

Aufgeräumte Schreibtische sorgen für konzentriertes Arbeiten. Foto: Unsplash.com

Worauf Sie noch achten sollten

Die optimale Raumtemperatur liegt zwischen 21 und 22 Grad. Regelmäßiges Lüften schafft Konzentration.

Dynamisches Sitzen hält länger produktiv. Bewegung ist gefragt. Die Sitzgelegenheit muss Mobilität und Flexibilität bieten und eine Steh-Sitzdynamik unterstützen. Es empfiehlt sich, die Sitzhaltung alle 20 Minuten zu wechseln.

Wir wollen es nochmals betonen: Seien Sie kein Messie. Je klarer ein Raum visuell gestaltet ist, desto konzentrierter kann darin gearbeitet werden.

Home Office mit Relax-Ausblick – Foto: @Tconcept, Instagram

Übrigens – Der Dresscode beim Home Office

Zum Look & Feel gehört auch Ihr persönliches Design. Kleiden sie sich so schlicht wie möglich. Ausschließlich dunkle oder grelle Farben sind in einem Videocall nicht nur wenig schmeichelhaft, sondern verschlechtern auch die Bildqualität. Zu vermeiden sind auch Farben, die dem Hintergrund oder dem eigenen Hautton ähneln. Zu empfehlen: Pastelltöne oder neutrale Farben wie Beige, Khaki oder gedecktes Weiß. Auffällige Muster wie Streifen, oder Animal Prints haben in einer Videokonferenz übrigens nichts verloren. Nicht nur wirken sie ablenkend für Ihr Gegenüber, sie irritieren auch die Kamera, was zu einem unscharfen Bild führen kann.

Werden Sie einfach nicht zu leger, wenn Sie sich an den Laptop setzen. Natürlich verführt das Home Office dazu, sich den ganzen Tag im Pyjama oder im Jogginganzug aufzuhalten. Man sollte sich aber nicht völlig gehen lassen. Wichtige Unterredungen folgen nach wie vor denselben Dresscode-Regeln pre-Corona und zu bequeme Auftritte bleiben auch in post-Corona-Zeiten noch im Gedächtnis.

Lockdown Halbzeit-Tipps

Obwohl niemand weiß, wie lange die COVID-19-Krise andauern wird, scheint es unvermeidlich, dass viele von uns noch mindestens einige Wochen, wenn nicht mehrere Monate, aus der Ferne arbeiten werden. Wenn Sie merken, dass die Produktivität innerhalb Ihres Teams leidet, ist noch Zeit, einen agileren Arbeitsansatz zu wählen. Der kann Remote-Teams effektiv arbeiten lassen und sie für die Zukunft resilient machen.

Im März wurde als Stichtag Dienstag nach Ostern genannt, an dem Deutschland die Rückkehr in die Normalität antreten sollte. Nun gelten ein Großteil der Maßnahmen bis Anfang Mai. Dass Bund und Länder dadurch die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie bremsen und so eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern wollen, weiß inzwischen jeder.

Home sweet Home Office

Arbeiten im Home Office wird uns also noch länger begleiten. Viele Unternehmen haben ihre Angestellten vor vier Wochen ins Home Office geschickt. Zeit, Bilanz zu ziehen. Home-Office heißt aktuell unter oft absurden Bedingungen neue berufliche Anforderungen erfüllen zu müssen. Ein Auszug aus dem Netz:

Unzureichende Arbeitsbedingungen, Stress mit der Familie, Multibelastung – Home Office ist ein temporärer Kompromiss

Beziehung vor Produktivität

Womit sollten sich Führungskräfte dringend beschäftigen? Mit den Beziehungen zu ihren Leuten. Der Einsicht, dass Home-Office keine Filiale des Unternehmens auf dem „gemütlichen“ Privatsofa ist. Und allen Aspekten der Ängste und Befürchtungen und Überforderungen. Auch der Chef kann Nähe vermitteln – unter Einsatz von viel Zeit, gutem Zuhören und ehrlichen Antworten. Es ist in Ordnung zu sagen: „Ich weiß es nicht, mir geht es auch so.“

Weltweite Studien zeigen, dass die Befragten mit dem technischen Set-Up ihrer Heimarbeitsplatz-Ausstattung größtenteils zufrieden sind. Besonders wichtig sei die Arbeitszeitflexibilität und die Schaffung einer ‚Remote‘-Unternehmenskultur, die Heimarbeiter unterstützt. Und die Vorgabe, dass Manager, Teams und alle Mitarbeitenden diese Kultur auch leben.

Von Zeit- und Zen-Meistern

Gute Führungskräfte suchen nach erfinderischen Wegen, um den Teammitgliedern dieses Gefühl für Kultur zu vermitteln. Eine Möglichkeit besteht darin, Teammitglieder in das neue Arbeitsumfeld der Führungskräfte einzuladen. Führungskräfte können Fotos austauschen oder einen virtuellen Rundgang durch ihr Home-Office oder sogar das Haus und die Nachbarschaft geben.

Eine Methode besteht darin, dem Team Rollen zuzuweisen, um den Fokus sicherzustellen und das Engagement zu fördern. Ein „Manövriermeister“ sorgt beispielsweise dafür, dass das Team nicht in unnötigen Diskussionen stecken bleibt. Ein „Zen-Meister“ sorgt dafür, dass das Energieniveau des Teams optimal ist. Der „Zeit-Meister“ sorgt für das richtige Zeitmanagement.

Erst Übung macht den Meister

Teams können sich gegenseitig stützen. Es gilt die Kultur der Wissensteilung so rasch wie möglich einzuführen. Personen, die eine hohe Stresstoleranz haben, Optimismus ausstrahlen und ihre Gelassenheit behalten, reduzieren kollektives Panikverhalten und helfen, sich rasch auf die neue Situation anzupassen.

Im Zustand der Angst treffen wir tendenziell schlechte Entscheidungen, die in der aktuellen Situation folgenschwere Auswirkungen haben können. Eine offene und wertschätzende Feedbackkultur ist daher ein absolutes MUST HAVE.

Von der virtuellen Führung…

Wer dies bis dato noch vermieden hat, ist jetzt mehrfach gefordert: Mitarbeiter, die nicht mehr im Großraumbüro nebeneinandersitzen, müssen nun virtuell geführt werden. Die MitarbeiterInnen sitzen nun aber nicht in Büros in Hamburg oder München und können nicht ohne Ablenkung arbeiten, weil sie ihr Heim ganztags mit Kindern, Partnern und Schwiegermüttern und nervtötendem Kinderspielzeug teilen. Für viele ist das ein neuer Arbeitsplatz, dazu kommen die Sorgen um den Arbeitsplatz und wie man Job, Haushalt, Erziehung und Freizeit unter einen Hut bringen soll.

Die größten Bedenken in Bezug auf Home-Office sind früher von den Chefs gekommen, die befürchteten, ihre Angestellten würden den ganzen Tag daheim nur Talk Shows, Netflix Serien oder Porno schauen. Die Home-Office-Arbeiter seien aber im Schnitt 13 Prozent produktiver als ihre Kollegen in der Firma, besagt eine große US-Studie. Das entspricht fast einem extra Tag pro Woche.

…zur agilen Führung

Gute Führungskräfte konzentrieren sich auf konkrete Ergebnisse und Ziele, damit die Teams eine gemeinsame Vision haben, auf die sie hinarbeiten können. Agilität ist im Kern eine Reihe kultureller Werte, Prinzipien und Verhaltensweisen und keine Reihe spezifischer Praktiken. Teams, die den Prinzipien treu bleiben, können weiterhin effektiv arbeiten, bis ihr Leben und Geschäft zu normaleren Mustern zurückkehren.

Agile Führungskräfte müssen doppelt sicherstellen, dass sich die Teams am allgemeinen Zweck, der Strategie und den Prioritäten des Unternehmens ausrichten. Führungskräfte müssen Absichten kommunizieren und sowohl das Warum als auch das Was erklären, damit sich die Mitglieder auf die Ziele ihres Teams und die Verbindung zu größeren Geschäftszielen konzentrieren können. In normalen Zeiten ist diese Ausrichtung der Vorläufer der Autonomie; In Zeiten der Krise, in denen Teams physisch getrennt sind, wird die Ausrichtung wichtiger denn je.

Zuhause ist es ruhiger

Warum kann man zuhause produktiver sein? Weil es ruhiger ist (bei Singles, getrennten Partnern, kinderlosen Paaren). So argumentierte ein Großteil der Befragten der US-Studie. Ich stimme zu. In meinem Co-Working Space geht es zwar gesittet zu, wenn man aber an einem Konzept arbeiten muss, kann es schon stören, wenn der Gegenübersitzende laut an einem Apfel kaut. Zwei Drittel der Studienteilnehmer gaben an, dass sie im Firmen-Büro normalerweise von neun bis fünf Uhr abends arbeiteten. Manchmal aber standen sie im Stau, hatten einen Arzttermin oder blieben länger in der Mittagspause. Wenn ich zuhause konzentriert arbeite, esse ich oft gar nichts und arbeite, bis der Handywecker klingelt.

Aber nun – was tun, damit das Remote Arbeiten funktioniert?

Viel dokumentieren

Gerade kleinere Unternehmen dokumentieren ihre Geschäftsprozesse kaum, weil sich Chef und MitarbeiterInnen ja jeden Tag im Büro sehen. Aber wenn man plötzlich zu Hause arbeiten muss, sollte alles aufgeschrieben sein, so dass jeder detailliert den Arbeitsschritten folgen kann. Das ist ein ganz fundamentaler Unterschied zum Büroarbeitsplatz und verhindert Fehlkommunikation und Missverständnisse.

Erwartungen genau definieren

Der Mythos, dass Angestellte, die im Home-Office arbeiten, nicht geschätzt werden, trifft zumindest seit dieser Krise nicht mehr zu. Dennoch sollten Sie, wenn Sie ein(e) Angestellte(r) sind, mit Ihrem Chef und dem restlichen Team genau besprechen, was von Ihnen erwartet wird. Wenn Sie der Chef/die Chefin sind: detto. Die Software, die dabei helfen kann, sind die Videochat-Programme von Zoom, Google Hangout und Skype.

Kreativ bleiben

Unternehmen tun gut daran, die kollektive Vorstellungskraft auch in dieser Remote Work Phase zu fördern. Richten Sie ein System zum Austausch von Ideen ein: Erstellen Sie Foren, in denen Menschen auf ungezwungene Weise – ohne Hierarchie, Berichte, Berechtigungen oder finanzielle Rechtfertigungen – kommunizieren können.

Jedes Unternehmen hatte unternehmerische Anfänge. Erfolgreiche Unternehmen, die ein stabiles, profitables Geschäftsrezept entwickelt haben, vergessen jedoch die chaotischen, einfallsreichen Ursprünge der Ideen, auf denen sie gegründet wurden. Jetzt ist nicht die Zeit, nur ein geübtes Rezept auszuführen. Wir stehen vor einer historischen Diskontinuität, die Unternehmergeist und Kreativität erfordert.

Ermutigen Sie Ihr Team zum Experimentieren

Obwohl eine Krise unsere Ressourcen belastet, ist es wichtig, Experimente anzuregen – wenn auch nur mit geringem Budget. Natürliche Systeme sind am widerstandsfähigsten, wenn sie vielfältig sind, und diese Vielfalt entsteht durch das Ausprobieren neuer Wege, neue Dinge zu tun. Unsere Ideen werden nur dann nützlich, wenn sie in der realen Welt getestet werden. Oft führen sie zu unerwarteten Ergebnissen und regen zum weiteren Denken und zu neuen Ideen an.

Zum Beispiel stellte Ole Kirk Christiansen, der Gründer der Marke LEGO, ursprünglich Häuser und Haushaltsprodukte wie Holzleitern und Bügelbretter her, bis ihn die Weltwirtschaftskrise in den 1930er Jahren zum Experimentieren zwang und versuchte, Spielzeug zu bauen.

Dies erwies sich als erfolgreicher Schritt zu einer Zeit, als sich die Verbraucher vom Bau von Häusern zurückhielten. Nach der Untersuchung des internationalen Spielwarenmarktes, der von Produkten aus Holz dominiert wurde, war Christiansen gezwungen, erneut zu experimentieren, indem er Spielzeug aus einem neuen Material einführte – Kunststoff.

Trotz der Knappheit in den unmittelbaren Nachkriegsjahren investierte er einen Jahresgewinn in neue Maschinen und Werkzeuge, indem er zunächst traditionelles Spielzeug herstellte und dann Bausteine herstellte. Bis 1958 entwickelten sich diese zu den heute bekannten „bindenden“ LEGO-Steinen. Bald darauf gab das Unternehmen alle Holz- und anderen Spielzeuge auf, um das LEGO Brick Toy Building System („LEGO System in Play“) zu verdoppeln.

Setzen Sie auf Spielmethoden zur Ideengewinnung

„Kreativität ist die Neuordnung des vorhandenen Wissens in neue, nützliche Kombinationen“, sagt Jorgen Vig Knudstorp, Vorsitzender der LEGO Brand Group. „Genau wie beim Spielen mit LEGO Bricks kann dies zu wertvollen Innovationen führen – wie der Google-Suchmaschine oder dem Airbnb-Geschäftsmodell.“

Manchmal kommt nichts sofort Nützliches zum Tragen, aber das Spielen ermöglicht es uns zumindest, das Vorstellen, Improvisieren und Offenheit für Inspiration zu üben – alles wichtige Fähigkeiten beim Navigieren im Unbekannten.

Agile Teamkollokation

Studien haben bisher – also vor der Pandemie – gezeigt, dass Teams, die am selben Ort zusammenarbeiten, eine bessere Entscheidungsfindung melden. Wird die Krise auch die Art und Weise, wie derzeit Home Office durchgeführt wird, nachhaltig optimieren? Können Teammitglieder, die an entfernten Standorten arbeiten agil sein?

Die Antwort lautet „Ja“. Agilität hat das Remote-Arbeiten erheblich erleichtert. Viele Unternehmen, die agil arbeiten, geben an, dass ihnen die folgenden agilen Prinzipien helfen, aus der Ferne effektiver zu werden:

Priorisierung

Arbeiten in kleinen, funktionsübergreifenden autonomen Teams. Kleine Teams bauen Ausfallsicherheit auf und erleichtern bei Bedarf, die Richtung zu ändern.

Regelmäßiger Rhythmus von Meetings

Regelmäßige Besprechungen stellen sicher, dass alle zielgerichtet sind.

Kurzmeetings als Tagesanker

Regelmäßige kurze virtuelle Treffen tragen dazu bei, dem Arbeitstag Struktur und Normalität zu verleihen. Eine übliche Kadenz virtueller Besprechungen und Anrufe umfasst wöchentliche Team-Kontaktpunkte von 60 bis 90 Minuten, um Projektfortschritte zu besprechen, Pläne für die kommende Woche durchzugehen, offizielle Mitteilungen des Managements zu besprechen und neu auftretende Risiken oder Probleme aufzuzeigen.

Darüber hinaus sollten virtuelle Besprechungen (wenn möglich mit Videokonferenzen) und Instant Messaging nach Bedarf verwendet werden, um mit Kollegen Lob, aber auch Probleme auszutauschen.

Es hilft Führungskräften, ihren MitarbeiterInnen einen transparenten Kalender zu zeigen.  Zum Beispiel sollten sie Platzhalter in den Online-Kalender aufnehmen, damit KollegInnen ihre Verfügbarkeit sehen können, und Führungskräfte sollten sich regelmäßig Zeit für ihre Teams nehmen.

Virtuelle Werkzeuge

  • Verwendung von Konferenztools für Audio und Video:
    Webex, Zoom, Skype, Google Hangout
  • Größere Unternehmen können ihre virtuellen privaten Netzwerke nutzen.
  • Eine ständige Verbindung während der Arbeitszeit kann informellen und formellen Austausch zwischen Teammitgliedern ermöglichen.
  • Virtuelle Whiteboards sind ein weiteres nützliches Tool zur Überwindung der physischen Trennung, ebenso wie Tools für die Zusammenarbeit, wie Trello sowie arbeitsorientierte Messaging-Plattformen, wie Slack.

Bei der Planung der Remote-Arbeit kann es hilfreich sein, die Aktivitäten, die normalerweise an einem Tag stattfinden, aufzuschlüsseln und darüber nachzudenken, wo sie im physischen Büro stattfinden. Diese Räume können mit einer Vielzahl virtueller Tools neu erstellt werden. Wenn Sie Teammitglieder auf eine virtuelle Tour durch ihre virtuellen Quartiere mitnehmen, können sie sich an die Remote-Zusammenarbeit gewöhnen.

Remote After-Work-Drinks

Nicht selten fühlen sich viele schnell einsam, weil der Plausch in der Firmenküche oder am Kaffee-Automaten plötzlich wegfällt. Laden Sie am Freitag-Nachmittag zu einer Happy-Hour im Videochat ein. Die Angestellten können ein Glas Wein mitbringen, und man kann erzählen, wie der Arbeitstag verlaufen ist, wie man mit der Umstellung zurechtkommt. So lässt sich die plötzliche Veränderung unseres Alltags, die beängstigend und ungewiss ist, besser verarbeiten.

Home Office mit Happy Hour – Foto: IDEAL Live Marketing GmbH

Self-Care-Liste zur Entschleunigung

Mehr Zeit daheim zu verbringen, kann Vorteile haben. Dazu empfiehlt sich, eine „Self-Care-Liste“ anzulegen, quasi eine Bucket-List für überschüssige Zeit daheim. Viele Menschen leben allein. Diejenigen, die nicht alle 10 Minuten von einem Kleinkind ins Ohr geplärrt bekommen: „Spiel mit mir!“ könnten alles notieren, was ihnen guttut – Gymnastik, Yoga, Meditation, lesen, am Buch schreiben; alles, wofür man nie Zeit hatte.

Die Isolation kann einen Benefit darstellen, denn wir lernen wieder, zurückzutreten, das Leben zu entschleunigen und uns auf wenige wichtige Dinge zu konzentrieren. Dies gibt die Möglichkeit zu erkennen, was man wirklich im Leben braucht und was nicht. Viele jobgestresste Menschen sind im Alltag permanent auf der Flucht vor sich – für die ergibt sich jetzt eine Chance.

Anti-Isolation und Anti-Depression-Aktivitäten

Wenn plötzlich viele Leute nach Hause entsandt werden, dann führt das zu Vereinsamung, und kann im schlimmsten Falle zu Isolation und Depression führen. Mich hält mein kleiner Sohn auf Trapp. Obwohl ich manchmal wegen der Multibelastung von Manager-Mutter-Erzieherin-Spielfreundin-Haushälterin sein ausflippen will, bin ich dankbar, nicht allein in der Wohnung hocken zu müssen. Daher ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft regelmäßig miteinander in Kontakt bleiben.

Eine Depression bedeutet: Interessenverlust, Schlafstörungen und Antriebslosigkeit. Diese Symptome sind schon schlimm genug, wenn nicht gerade eine Pandemie ins Haus steht. Was vielen von uns blüht, das zeigen die Feeds in unseren Facebook-Timelines: alle werden fitter (wegen des Online-Angebots an Fitness, Pilates, usw), aber fetter (weil wir mehr reinschieben als raustrainieren). Ich sage Ihnen was: Essen Sie trotzdem, was Ihnen Freude bereitet. Abnehmen geht auch nach der Krise.

Wenn die beste Self-Care-Liste nicht hilft, ist es vielleicht erleichternd, sich jemandem anzuvertrauen. Mittlerweile weiß man, dass psychologische Online-Beratung signifikante Effekte erzielt und dabei helfen kann, mit negativen Emotionen umgehen zu lernen.

Keine vertraulichen Daten über Zoom teilen

Apropos Zoom: Der gebürtige Chinese Eric Yuan, Gründer von Zoom durfte in den letzten vier Monaten beobachten, dass sich die Zahl der Zoom Nutzer auf 200 Millionen verzwanzigfacht hat.

Doch die Corona-Krise hat Yuan viel Kritik eingebracht:  Seine Software wird wegen fehlenden Datenschutzes kritisiert, in Kalifornien wurde kürzlich eine Sammelklage eines Aktionärs eingereicht. Der Vorwurf: Zoom verschlüsselt die Daten nicht Ende zu Ende, wie angegeben. Datenschutzexperten warnen, dass gerade Tür und Tor für Firmen- und Industriespionage offen stünden. Trotz kürzlicher Behebung von Sicherheitsmängeln bleibt die Gefahr, dass die Server von Zoom einen Hackerangriff erleiden könnten; letzte Woche wurde bekannt, dass Zoom-Userdaten im Darknet kursierten. Sie sollten Zoom nicht für vertrauliche Kommunikation nutzen. Raumfahrtunternehmen wie SpaceX und Nasa haben ihren Mitarbeitern die Verwendung bereits verboten, ebenso das deutsche Auswärtige Amt.

Die Welt danach wird eine andere sein

Das sagte Bundespräsident Steinmeier auf die Frage, was die Coronakrise verändern wird. Was sich vielerorts ändern ‚muss‘, ist die Wertschätzung, die Vorgesetzte ihren Mitarbeiterinnen zollen sollten. Sagen Sie Ihren MitarbeiterInnen immer wieder mal, wie sehr Sie sie wertschätzen.

Es geht auch darum, Dankbarkeit und Sicherheit zu vermitteln, verbunden mit der Hoffnung, dass sich die Dinge bald normal anfühlen. „Die neue Normalität“ nennt es der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz. Die Maßnahmen der österreichischen Bundesregierung waren drastisch, bewiesen mit Hilfe der Bevölkerung aber, dass die Zahl der Genesungen höher ist als die Zahl der Neuerkrankungen.

Jeden Tag bedanken sich Bundeskanzler, Vizekanzler, Gesundheitsminister und Innenminister bei ihrer Pressekonferenz bei allen BürgerInnen für die Mithilfe. Jenen Berufsgruppen, die sich um den Schutz und die Versorgung der Bevölkerung kümmern, wird immer wieder explizit öffentlich gedankt. Diese Wertschätzung resultiert nicht nur darin, dass sich die Bevölkerung zu hohem Prozentsatz an die Regelungen hält, sie verschafft der Regierung auch Beliebtheitswerte wie nie zuvor.

Wir sind in diesen letzten Wochen alle dankbarer, bescheidener und anspruchsloser geworden. Eine liebe Freundin namens Katja hat aus dieser Dankbarkeit eine tägliche Facebook-Serie gemacht. Sie hat damit ein Exempel statuiert.

Danke sagen hebt die Stimmung. Obwohl man im Home office eingesperrt ist. Foto: Katja Schechtner

Ein deutsches Sprichwort sagt: Dankbar sein bricht niemand ein Bein. In diesem Sinne.

Home Staging – Ein Raumgefühl lässt sich auch online erzeugen

Mit Techniken des Home Staging lässt sich die Wohnung oder das Haus aufwerten. Neue digitale Techniken helfen dabei, das Heim in virtuellen Welten besser zu inszenieren.

Wegen der Coronavirus-Pandemie arbeiten Millionen Menschen von zu Hause aus, Videokonferenzen treten an die Stelle von realen Meetings. Wer denkt, solche Konferenzen mit einem gewissen laissez-faire absolvieren zu können, der sollte möglicherweise umdenken.

Kürzlich fragte die „New York Times“ bei Tom Ford an, wie sich jeder Teilnehmer eines Zoom- oder FaceTime-Calls präsentabel darstellen kann. Die Design-Ikone verriet ein paar Tricks: Laptop oder Computer auf einem Stapel Bücher platzieren, damit die Webkamera auf Augenhöhe ist, hohe Schreibtischlampe neben Computer stellen, von einer weißen Tischdecke aus konferieren, dem besseren Licht wegen. Und etwas Puder schadet auch nicht, denn gut aussehen möchte jede/r.

Die Bücherwand im Hintergrund

Wobei der beste Look nichts nützt, wenn der Hintergrund nicht stimmt. Kürzlich erzählte ein Kollege, der als freier Projektmanager arbeitet, von folgender Begebenheit. Er zoomte mit einem Auftraggeber, der mitten im Gespräch fragte, was das denn da hinten im Regal sei. Die Auflösung: Kindersocken. Kein Einzelfall, denn jede Videokonferenz offenbart auch Details der eigenen Wohnung, und gerade Selbstständige und freie Unternehmer sollten hierbei die Erscheinungsform ihres Umfelds nicht vernachlässigen.

Der Hintergrund des Gezeigten wird mitunter zum Teil der Inszenierung der Persönlichkeit, man denke etwa an die imposante Bücherwand im Rücken eines Wissenschaftlers, bei einem Interview im Fernsehen oder im Netz.

Das virtuelle Office im Hintergrund

Unabhängig davon, von wo Sie anrufen, es gilt, den Hintergrund ‚in Szene zu setzen‘ oder sich virtueller Tricks zu bedienen. Eine der beliebtesten Funktionen von Zoom ist die Möglichkeit, Ihr Hintergrund-IRL gegen ein virtuelles auszutauschen. IKEA hat eigene Zoom-Hintergründe erstellt, die Sie während Ihrer Besprechungen verwenden können.

Hier ein kleines Mood-Video dazu: https://www.youtube.com/watch?v=z6_8CsT7r8o

Wenn Sie auf die IKEA-Website gehen, können Sie durch verschiedene Hintergrundkategorien scrollen, darunter Feiern, viele unterschiedliche Büro-Räumlichkeiten oder was fürs romantische Online-Date. Jede Kategorie hat eine andere Art von Raum, da ist für jede Stimmung etwas dabei.

Schlampiges Home Office? Kein Problem: Die IKEA ZOOM Hintergründe helfen

Der Raum existiert nicht, man muss ihn schaffen

Es gibt also eine Technik, von der sich jeder, der beruflich viel online konferiert, etwas abschauen kann: das Home Staging. Während vielen Selbstständigen diese Technik neu und vielleicht auch etwas fremd sein dürfte, sind Immobilienexperten damit längst vertraut. „Der Raum existiert nicht, man muss ihn schaffen,“ das wusste bereits Alberto Giacometti.

Barb Schwarz, Erfinderin des Home Staging

Seit den 80er Jahren gibt es Home Staging. Die zuerst in den USA aufgekommene Idee stammt von der ehemaligen Immobilienmaklerin Barb Schwarz, die bei ihrer Arbeit Kniffe erkannt hat, mit denen sich Häuser oder Wohnungen exponentiell besser verkaufen.

In den USA, England und Nordeuropa ist Home Staging seit Jahrzehnten bei der Vermarktung von Immobilien üblich, Umfragen unter US-Immobilienmaklern wiesen nach, dass der Verkaufspreis inszenierter Immobilien bis zu 15 Prozent höher lagen als Wohnobjekte ohne Facelift.

Home Staging umfasst den gezielten Einsatz von Möbeln, Farbe, Licht, Wand- und Fußbodengestaltung. Das Ganze hat etwas von Filmarchitektur, weswegen die mit Home Staging aufbereiteten Wohnobjekte gelegentlich auch „Set“ genannt werden.

Experten für Raumaufteilung

Längst gibt es auch in Deutschland zahlreiche Experten, die Wohnobjekte neu einrichten, beleuchten und umgestalten, um InteressentInnen eine perfekte Immobilien zu präsentieren. Bundesweit gibt es etwa 200 Homestager, und seit 2010 mit der „Deutschen Gesellschaft für Home Staging und Redesign“ sogar einen eigenen Berufsverband – erste Anlaufstelle für alle, die den Dienst einer oder eines professionellen Homestagers in Anspruch nehmen wollen. Hier finden sich Experten, die einen geschulten Blick für Raumaufteilung, Farb- und Beleuchtungskonzepte sowie für das Ergänzen oder Ersetzen von Möbeln und Accessoires haben.

Home Staging in virtuellen Welten

Die Techniken der wirkungsvollen Inszenierung eines Wohnobjekts funktionierten auch schon vor Corona-Zeiten, denn Ansprüche an Fotos, die in Immobilienportalen platziert werden, sind hoch. Immobilienfotografen sind auch in Zeiten der Viruskrise aktiv, manche berichten sogar von einem Boom an neuen Aufträgen – Besichtigungen finden derzeit wenn, dann nur individuell statt, umso wichtiger wird der Eindruck eines Wohnobjekts auf einem Foto oder Video. Auf einer Website lässt sich mit Animationen, einer 360 Grad-Darstellung sowie Augmented Reality-Techniken das Raumgefühl für ein Wohnobjekt auch online erzeugen.

Grundrisse lassen sich verändern

Neue digitalen Techniken erleichtern dabei die Transformation des Home Staging in virtuelle Welten. Mit einem virtuellen Staging lassen sich Veränderungen erst in einer Projektion durchspielen, bevor sie real umgesetzt wurden. Grundrisse einer Wohnung lassen sich verändern. Trennwände lassen sich herausnehmen und Möbel verstellen oder entfernen, Farb- und Lichtkonzepte testen.

Helle Möbel schaffen Lebendigkeit

Barb Schwarz zufolge kommt es beim Home Staging darauf an, dass die Räume der Wohnungen oder Häuser einen möglichst frischen Eindruck machen, farbige Dekors sind dabei ebenso wichtig wie Beleuchtungsquellen. Möbel spielen eine entscheidende Rolle, nicht nur als Raumteiler.

Helle und moderne Möbel schaffen Lebendigkeit, dunkles Mobiliar nimmt dem Raum häufig die wohnliche Atmosphäre, dem entsprechend unbeliebt sind sie beim Home Staging. Wie übrigens auch allzu persönliches, etwa Sammlungen, Krimskrams, Kitschiges oder gerahmte Fotos.

Bitte nicht zu persönlich

Denn persönliche Gegenstände des Vorbesitzers erschweren es einem Interessenten, das Wohnobjekt als das künftig eigene zu erkennen. Denn häufig fällt die Kauf- oder Mietentscheidung bei einer Besichtigung in den ersten sechs Sekunden, alles, was dann „fremd“ wirkt, stört.

Die Entpersonalisierung bewohnter Objekte wiederum hilft der potentiellen Käuferin oder Mieterin, ihre eigenen Wohnideen gedanklich einzubringen. Wie in anderen Lebenslagen entscheidet auch beim Immobilienkauf oft der erste Eindruck.

Do it yourself: Home Staging

Aber auch wer nicht verkaufen will, gewinnt durch Home Staging etwas, zum Beispiel ein besseres Wohngefühl. Home Staging light geht so: Wohnung reinigen, Chaos beseitigen, Wände streichen, Möbel umstellen und ggf. erneuern, Schadstellen, etwa im Boden oder am Putz, beseitigen. Der Eindruck soll ein „lichter“ sein, denn ein unaufgeräumtes Haus oder eine Wohnung wirken kleiner, als sie in Wirklichkeit sind, dunkle Farben verkleinern die Räume optisch zusätzlich.

Home Office Design – Foto von Annie Gray auf Unsplash.com

„Mehr Licht“ würde Goethe sagen, das gilt für die eigenen vier Wände ebenso wie für die Selbstdarstellung der eigenen Person vor der Webcam.

Das akustische und emotionale Umfeld im Home Office

Die Ruhe ist seit jeher ein Lieblingsthema von Dichtern und Denkern. In der Ruhe liegt die Kraft, behauptet sogar der Volksmund. Denn die Auswirkungen von Lärm sind bekannt: Stress, Unproduktivität und Krankheit legen uns in lauten Büros oft lahm. Aber welche Auswirkungen hat der Lärm bzw. die richtige Akustik auf Wohlbefinden und unsere Emotionen im Homeoffice?

Immer mehr Arbeitgeber setzen auf Open-Space-Bereiche oder Großraumbüros. Mitarbeiter haben dort Meetings, machen Videokonferenzen, Webinare, führen Kundentelefonate und Privatgespräche. Bei Arbeitgebern mit flexiblen Arbeitszeiten herrscht ein stetes Kommen und Gehen. In Flex-Desk-Offices rollen zusätzlich Mitarbeiter mit ihren mobilen Bürocontainern durch die Flure. Es hallt und schallt und dann noch die Geräuschkulisse von der Baustelle auf der Straße, das permanente Autorauschen der nahen Stadtautobahn und die Schreierei, die vom Spielplatz ins Meeting hallt – dauerhafter Lärm hat Auswirkungen auf das Herz-Kreislauf-System, das Schlafverhalten uns das Gesamtwohlbefinden von Menschen.

Lärm, wo früher keiner war

Viele Menschen waren schon Home Office Profis, da wussten 80% der Bevölkerung noch gar nicht, was eine Pandemie ist. Wenn die Leute über Home Office geklagt haben, dann nicht über den Lärm, sondern über die soziale Isolation beim Arbeiten, d.h. den fehlenden Austausch mit anderen und die Stille, die oft erdrückend sei. Mit Kindern im Haus wurde aus der Stille plötzlich eine ständige Lärmkulisse. Streitereien zwischen Geschwistern, stundenlanges Fernsehen, das Buhlen um Aufmerksamkeit.

Damit wollen wir nicht nur das Problem der Eltern thematisieren, die in der Zeit der Schulschließungen gelangweilte und tobende Kinder betreuen mussten. Natürlich sind auch kinderlose Menschen belastet, die Wohnung an Wohnung mit aufgeweckten Kindern, Opernsängerinnen, Schlagzeug-Spielern, Heimdekorateurinnen und sonstigen Lärmmachern wohnen oder das stundenlange Drillen auf der Baustelle nebenan ertragen müssen. Und: wenn man nicht ins Café um die Ecke ausweichen kann, auch wenn es dort heute mal ruhig (aber durch die Gäste mit toller Energie aufgeladen), und morgen mal nervig laut sein kann,  kann das erzwungene Home Office auch für Singles und kinderlose Menschen zum Albtraum werden.

Was können wir aus diesen Erfahrungen lernen? Wie können wir der nächsten pandemische Welle akustisch besser begegnen?

Home Office Stimmung: Ruhig Blut

Die Emotionen sind in den letzten Wochen leicht hochgekocht. Es wurde experimentiert und gelernt, wie Achtsamkeit, Mitgefühl und aufmerksames Zuhören auch in der virtuellen Welt gelebt und gestärkt werden können. Unser Kopf ist ein erstaunliches emotionales Kraftwerk – der „spürt“ alles, wenn man so will. Grenzen setzt er keine. Das kann aber auch dazu führen, dass er uns in einen emotionalen Zustand versetzt, der uns gar nicht guttun.

In unsicheren Zeiten malt er sich zum Beispiel Szenarien aus, die Angst auslösen. Viele Menschen berichten über irritierende Träume, was beim Cocktail an beunruhigenden Nachrichten und Bilderfluten von Massengräbern und verzweifelten Angehörigen nicht verwunderlich ist.

Wenn es um die optimale Nutzung der digitalen Möglichkeiten geht, lernt unsere Gesellschaft – auch in einem hochentwickelten Land wie Deutschland – gerade erst zu laufen. In kritischen Phasen einer Anstrengung geben trotzdem viele auf, weil das Bemühen nicht unmittelbar in den Ergebnissen sichtbar ist. Doch wir wachsen erfahrungsgemäß an unseren Fehlversuchen. Ist das Wissen übers Unbekannte vermittelt und sind die Maßnahmen geübt, hindert uns nichts daran, Entwicklungsschritte in 7-Meilen-Stiefeln zurückzulegen. Was es braucht, ist Motivation. Von ‚oben‘, vom Enkel oder vom Nachbarn nebenan, das ist egal.

Eine andere Perspektive einnehmen

Sorgen hemmen unser kreatives Potential und vermindern unsere Lebensqualität. Sorgen halten uns auch davon ab, Lösungen zu erkennen. Es gilt daher, die Dinge, die wir nicht ändern können zu akzeptieren und den Fokus auf das zu legen, was man kontrollieren kann. Das schafft innere Ruhe.

Es gilt, die Dinge wertfrei und neutral zu betrachten, umsichtig und lösungsorientiert. Ein Beispiel: Die Chefin eines Fitness-Studios wirft gerade die Nerven weg. Die Kunden im Studio sind zu 100% weggebrochen, die Aussicht auf Wiedereröffnung in den nächsten 6 Monaten ist fragwürdig. Der Umstieg auf Online-Kurse wird von der Hälfte ihrer Kunden angenommen. Sie befragt ihre KundInnen nicht, was die sich wünschen würden, kündigt ihren MitarbeiterInnen aber trotzdem, weil sie persönlich nicht an die Nutzung der Online-Kurse glaubt. Schade, nicht?

Der Ton macht die Musik

Im Home Office braucht es eine gute Geräuschkulisse, damit Gespräche und Video-Calls störungsfrei durchgeführt werden können. Dabei helfen Kopfhörer mit Geräuschunterdrückung. Die neue Generation der ‚Noise-Cancelling‘-Kopfhörer filtert störende Hintergrundgeräusche, auch für den Gesprächspartner (= Active Noise Cancelling). So bleibt die Konzentration auch bei dezentem Lärm in der Wohnung erhalten. Dezent heisst aus Erfahrung Vögelgezwitscher und Taubengurren; beim Dauergehupe der Brio-Lokomotive und Schleudergang der Waschmaschine im Raum sieht das schon anders aus.

Wer in lauten Umgebungen arbeitet, sollte ein Headset mit aktiver Geräuschunterdrückung in Erwägung ziehen. Damit werden Nebengeräusche minimiert, die Verständlichkeit der Unterhaltung verbessert und die Ablenkung und möglicher Stress durch Lärm reduziert.

Teppiche und Lampen

Gegen Schall und zu viel Raumklang helfen Teppiche. Wenn Sie Kleinkinder haben, werden es ihnen die Nachbar danken, vor allem, wenn die Begeisterung eines 6jährigen für Rock ’n Roll Musik Sonntag früh am Keyboard ausgelebt wird. Eine andere Variante liefern schallreduzierende Lichtquellen. Akustiklampen sind sowohl für Decken- als auch für Wandlösungen erhältlich.

Ideen gegen Nachhall und Schall, Elemente können auch fürs Home Office genutzt werden – Foto: GRAEF

Bilder und Paneele

Wenn es um das Thema Schallisolierung geht, dann ist auch manchmal die Rede von Akustikbildern, Schallschutzbildern und Akustikpaneelen (wie diese hier bei Amazon). Solche Akustikbilder, bzw. Schallabsorber sehen oft schön aus und sind sehr leicht und schnell – wie ein Bild – an der Wand angebracht.

Allerdings dienen Akustikbilder nicht dazu, den Raum gegen Schall von außen zu isolieren. Vielmehr sind solche Bilder dazu gedacht, den Hall innerhalb des Raumes zu verringern. Auch die Verringerung des Nachhalls wirkt sich positiv auf die Raumakustik aus und lässt den Raum leiser erscheinen, da solche Bilder Schall absorbieren können. Gegen lärmende Nachbarn von nebenan sind solche Bilder nicht die richtige Maßnahme.

Lärm von den Nachbarn und den Mitbewohnern dämmen

Nachbarn kann man sich nicht aussuchen. Wenn der Lärm der Nachbarn immer wieder die Konzentration im Home Office stört, kann man Schalldämmung der Wand zum Nachbarn anbringen. Schalldämmplatten an der Wand helfen. Als mein Nachbar vor kurzem aus seiner Wohnung auszog, zeigte er mir schmunzelnd die Schalldämmplatte, die seine Schlafzimmerwand von meiner trennte. Die hätte er angebracht, als meine Kinder Babies waren und seine Home Office Aktivität als Graphik Designer massiv beeinträchtigten. Mit diesem ‚Lärmkiller‘, wie er die Platte bezeichnete, wäre seine Welt wieder in Ordnung gewesen.

Für den Anfang kann es jedoch auch einfach ausreichen, eine große Schrankwand oder ein großes und gut gefülltes Bücherregal an die betreffende Wand zu stellen. Dadurch schafft man im Home Office auch gleichzeitig noch mehr Platz für Unterlagen, Bücher, Aktenordner und andere Arbeitsmaterialien.

Bücherregal als Home Office Lärmkiller – Foto: Jonathan Borba – Unsplash

Ideen muss man haben

Fürs emotionale Wohlbefinden – unabhängig von Umgebungsgeräuschen – möchten wir Ihnen folgendes ans Herz legen: Takten Sie Ihren Tag schneller. Das schafft in Online-Meetings eine höhere ‚Sachlichkeit‘. Die Diskussionsbeiträge und Argumentationsketten sind kürzer. Die Teammitglieder gehen besser vorbereitet in die Meetings. Gleichzeitig brauchen wir aber einen Austausch über unsere Bedürfnisse und persönlichen Themen. Wie passt das zusammen? Wir starten zum Beispiel mit virtuellen Runden mit Spaßfaktor oder nicht projektbezogenen Informationen zum Meeting-Start.

Auch wenn Meeting-Partner von ausserhalb wegen des horrenden Verkehrs regelmäßig 1,5 Stunden zu spät ins Meeting stolperten, wurde mal 20 Minuten übers BBQ am Wochenende oder die Fußballergebnisse gescherzt. Das hat die Stimmung gelockert und die Meetings von Anfang an entspannter (als in unserem Kulturkreis) gemacht.

Was es dazu braucht, ist die mentale Offenheit, vom anderen auch persönliches erfahren zu wollen. Da haben uns die Lateinamerikaner was voraus. Weil wir ja lernfähig sind, können wir das in Zeiten wie diesen trainieren. Also, offen sein und erzählen, was einen bewegt. So lernt man sein Gegenüber besser kennen. Dieses Bild vom anderen fördert Vertrauen und Verhandlungsbereitschaft.

Wie wäre es zum Beispiel mit einem regelmäßigen gemeinsamen, virtuellen Frühstück? Vielleicht gelingt es auch, dem Zufall eine Chance zu geben. Starten Sie ein Zoom-Meeting und richten Sie Breakout-Session für den individuellen Austausch ein. Durch ein spontanes Matching von MitarbeiterInnen werden Leute zusammengebracht, die sich in vielen Fällen nicht gut kennen. Ein anderes Beispiel, das zufällige Begegnungen fördert, sind Lucky Lunches. Beispiel: „Wir losen jede Woche vier MitarbeiterInnen aus, die gemeinsam virtuell ihre Mittagspause verbringen und liefern das Essen dafür ins Home Office dieser 4 Leute“.

Kein Kompromiss zwischen Bequemlichkeit und Schnelligkeit

Empathie ist also derzeit (eigentlich immer, aber jetzt besonders) in der Teamarbeit gefragt. Dazu dienen Formate wie Lunch& Learn und das Bilden von Tandems. Lunch and Learn bringt kurze neue Impulse zur Essenszeit, die virtuell konsumiert werden können.

Tandems sind 2er Teams, die sich unterstützen. Sie können zum Beispiel digital fitten Mitarbeitern und Home Office-Neulingen ermöglichen, voneinander zu profitieren. Dabei sei geraten, in der Kommunikation prägnant und eindeutig zu sein, und nicht zu ’schwafeln‘. Formulieren Sie jegliche Kommunikation, wie Mails und Protokolle, klar und unmißverständlich.

Bessere Ergebnisse durch direktes Feedback

Mitarbeiter-Performance und Zufriedenheit gehen Hand in Hand. Wir wissen, dass Unternehmen mit einem hohen Mitarbeiter-Engagement einen signifikant höheren Umsatz pro Mitarbeiter erreichen. Führungskräfte und Teammitglieder brauchen jetzt viel Interaktion und Feedback-Loops.

Für die Zahlenfüchse unter Ihnen: Durch den Wandel der Außenwelt passen wir unser Verhalten an und beobachten gleichzeitig, wie wir reagieren.  In den ersten Wochen der Heimquarantäne gab es 23% mehr Online-Meetings, während die ‚Time Out-Phase‘ um 29% sank. After-Hours-Emails stiegen um 23%. 34% der Befragten werden durch Unterbrechungen öfter aus der Aufgabe, an der sie gerade arbeiten, ‚herausgerissen‘. Der Arbeitstag dauert daher um 1/3 länger als sonst.

Positiv ist aber zu sehen, dass die Meeting-Dauer um 14% gesunken ist, d.h. die Meetings werden effizienter. Die Feedbackgeschwindigkeit der Führungskräfte stieg um 34%, d.h. auch hier bemühen sich die Chefs, durch rasches Kommunizieren schnellere Gesamtergebnisse zu erhalten (Quelle: derbrutkasten.com)

Die Learnings: Neues Arbeiten im Home Office Modus ist eine Haltung

Digitalisierung heißt vernetzt und verbunden zu sein. Diesen Schritt vom Vernetzt- zum Verbundensein, den lernen wir jetzt rasanter als erwartet: wir werden kollaborativer, achtsamer, toleranter und offener. Nutzen wir diese Zeit, um zu beobachten, zu analysieren und sich weiterzuentwickeln.

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